SDG Update | 13. Juli 2026
SDG Allianz wird «Donor Contact Point» für den Civil Society Fund
Die EEA Grants zählen zu den wichtigsten europäischen Förderinstrumenten mit Fokus auf den Grünen Wandel, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte, Soziale Inklusion und Resilienz. Finanziert von Liechtenstein, Norwegen und Island, stärken sie die Zusammenarbeit zwischen europäischen Ländern und unterstützen Projekte, die soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten abbauen sowie bilaterale Beziehungen stärken. Der Civil Society Fund ist ein eigener Fördertopf innerhalb der EEA Grants. Unterstützt werden Projekte zu demokratischer Teilhabe, Menschenrechten, Nachhaltigkeit, sozialer Inklusion und gesellschaftlichem Zusammenhalt in 15 europäischen Ländern.
Als SDG Allianz übernehmen wir neu die Rolle als «Donor Contact Point» für den Civil Society Fund in Liechtenstein. Das bedeutet: Wir informieren unser Netzwerk über aktuelle Ausschreibungen, unterstützen beim Aufbau internationaler Partnerschaften und helfen dabei, Kontakte zu Organisationen in anderen europäischen Ländern herzustellen.
Für NGOs, Vereine und engagierte Organisationen in unserem Netzwerk eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten für Austausch, Zusammenarbeit und Projektförderung auf europäischer Ebene. Viele der Themen des Fonds überschneiden sich direkt mit den SDGs – etwa Klimaschutz, Gleichstellung, Demokratie oder aktive Zivilgesellschaft.
Wir möchten eine Brücke für unser Netzwerk und andere Organisationen im Land sein. Denn Zusammenarbeit beginnt oft mit einem ersten Gespräch, einer gemeinsamen Idee oder einem neuen Kontakt. Künftig teilen wir regelmässig Informationen zu aktuellen Calls, Partnerorganisationen und Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. Ausserdem stehen wir im Austausch mit dem Amt für Auswärtige Angelegenheiten und werden uns am 9. September beim NGO-Dialog zu den EEA Grants einbringen. Wenn ihr Interesse an europäischen Kooperationen habt, meldet euch gerne bei uns. Mehr Informationen und Details teilen wir im Herbst mit euch.
Neuigkeiten aus unserem Netzwerk
Klimaplanung auf internationaler Bühne – LISD
Das Liechtenstein Institute for Strategic Development (LISD) ist mit seiner in den vergangenen vier Jahren entwickelten Klimaplanungsmethode auf der Esri User Conference 2026 in San Diego vertreten, einer der weltweit grössten Fachkonferenzen für Geoinformationssysteme.
Peter Droege präsentiert die Methode gleich mehrfach: beim Education Summit, im «GIS for Good»-Programm sowie in der Map Gallery, wo er auch die Preisverleihung der von LISD mitinitiierten Global Climate Geodesign Competition leitet. Darüber hinaus ist die Klimaplanungsmethode während der gesamten Konferenz in einer Sonderausstellung sowie im Ausstellungsbereich «GIS for Good» zu sehen.
Wir gratulieren Peter Droege und dem LISD zu dieser internationalen Sichtbarkeit und wünschen viel Erfolg für die Präsentationen und den weiteren Austausch.
Budget- und Schuldenberatung übernommen – Caritas
Seit dem 1. Juli bietet die Caritas im Auftrag des Landes die Budget- und Schuldenberatung für Liechtenstein an. Neu werden Sozialberatung und finanzielle Beratung unter einem Dach gebündelt, sodass Betroffene rascher und abgestimmt unterstützt werden können. Das kostenlose Angebot richtet sich an alle Personen mit Wohnsitz in Liechtenstein und umfasst sowohl Hilfe in akuten Schuldenfällen als auch Beratung zur Budgetplanung und Prävention. Ziel ist es, finanzielle Schwierigkeiten frühzeitig zu erkennen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln. Das Vaterland hat berichtet.
Regional einkaufen mitten in Schaan – Feldfreunde
Mit dem «Buura Lada» starten die Feldfreunde ein dreimonatiges Pilotprojekt für mehr regionale Wertschöpfung. Im ehemaligen Ladenlokal von Foto Kaufmann in Schaan entsteht ein zentraler Hofladen, der die Vielfalt direktvermarkteter Lebensmittel aus Liechtenstein an einem Ort bündelt. Das Sortiment reicht von landwirtschaftlichen Produkten bis zu Erzeugnissen aus Gärten und Weingütern, mit besonderem Fokus auf Bio-Produkte und regionale Qualität. Als Selbstbedienungsladen mit betreuten Öffnungszeiten und Veranstaltungen soll der «Buura Lada» nicht nur den Einkauf erleichtern, sondern auch Begegnungen zwischen Produzent:innen und Konsument:innen fördern. Bis Ende September wird getestet, ob das Konzept langfristig tragfähig ist.
Aktuelles
Schweiz legt neuen Bericht zur Agenda 2030 vor
Die Schweiz hat ihren vierten Freiwilligen Länderbericht (Voluntary National Review) zur Umsetzung der Agenda 2030 veröffentlicht. Die Bilanz: Es gibt Fortschritte, etwa bei der Kreislaufwirtschaft, erneuerbaren Energien und der Gleichstellung. Insgesamt erfolgt die Umsetzung der SDGs jedoch zu langsam. Besonders bei nachhaltigem Konsum, Klimaschutz, Biodiversität, Armutsbekämpfung und bezahlbarem Wohnraum besteht grosser Handlungsbedarf. Positiv hervorzuheben ist die transparente und selbstkritische Analyse der Herausforderungen.
Diskussionen ausgelöst hat zudem, dass die Agenda 2030 im Bericht nicht mehr als verbindender Orientierungsrahmen, sondern lediglich als «wichtiger Referenzrahmen» bezeichnet wird. Der SRF hat berichtet. Verschiedene Akteur:innen, darunter das UN Global Compact Network Switzerland & Liechtenstein, sehen darin ein problematisches Signal und reagierten mit einem Offenen Brief.
SDGs im Vergleich: Wie nachhaltig ist Europa?
Wie stehen verschieden Länder bei Themen wie Bildung, Klimaschutz, Gesundheit oder nachhaltigem Konsum da? Ein interaktives Tool von Eurostatmacht die Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) in Europa sichtbar. Mit anschaulichen Grafiken lassen sich Entwicklungen verfolgen und Länder miteinander vergleichen. Eine spannende Möglichkeit, die SDGs anhand konkreter Daten besser zu verstehen und einzuordnen. Liechtenstein ist darin allerdings nicht vertreten.
Eurostat-Bericht 2026: Fortschritte mit Luft nach oben
Im aktuellen EU-Monitoringbericht zur Umsetzung der SDGs fällt die Bilanz gemischt aus. Deutliche Fortschritte verzeichnet die EU unter anderem bei hochwertiger Bildung (SDG 4), Geschlechtergleichstellung (SDG 5), menschenwürdiger Arbeit (SDG 8), weniger Ungleichheiten (SDG 10) sowie nachhaltigem Konsum und Produktion (SDG 12). Gleichzeitig stagniert die Entwicklung bei den globalen Partnerschaften (SDG 17), während sich die Situation bei Biodiversität an Land (SDG 15) sowie Wasserqualität und Wasserverfügbarkeit (SDG 6) weiter verschlechtert. Der Bericht zeigt: Die EU bewegt sich insgesamt in die richtige Richtung, doch insbesondere beim Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen besteht weiterhin grosser Handlungsbedarf.


