SDG Update | 23. März 2026
Wo steht Liechtenstein bei SDG 1 (Keine Armut)?
Nachdem im vergangenen Jahr die Indikatoren für nachhaltige Entwicklung an die SDGs angeglichen wurden, schauen wir uns in den kommenden Ausgaben Schritt für Schritt die einzelnen SDGs an. Die Agenda 2030 umfasst 17 Ziele, 169 Unterziele (Targets) sowie 248 Indikatoren – und damit den Anspruch, globale Herausforderungen messbar und vergleichbar zu machen. Doch wie gut gelingt das in einem Land wie Liechtenstein (mit «nur» 68 Indikatoren)?
Wo steht Liechtenstein bei SDG 1 (Keine Armut)? Wenn wir über Armut sprechen, denken viele nicht zuerst an Liechtenstein. Das ist verständlich: Das Land gehört zu den wohlhabendsten in Europa. Einige Entwicklungen sind positiv: Der Anteil der Menschen, die wirtschaftliche Sozialhilfe beziehen, ist gesunken – von 2,2 % (2012–2014) auf 1,9 % (2022–2024). Auch die Zahl der Working-Poor*-Haushalte ging zurück – von 59 (2001) auf 16 (2023).
*Als Working Poor gelten Haushalte, deren erwerbstätige Mitglieder insgesamt mindestens zu 90 % arbeiten, deren Gesamteinkommen aber dennoch unter dem liechtensteinischen Existenzminimum liegt.
Für das Jahr 2020 liegt die Armutsquote bei 3,1 %, die Armutsgefährdungsquote bei 14,1 %. Besonders betroffen sind Einpersonen- und Einelternhaushalte, bei denen rund ein Viertel als armutsgefährdet gilt. Armut ist in Liechtenstein weniger sichtbar – aber real.
Die Schweiz verfügt über ein deutlich umfassenderes Monitoring und weist für 2020 eine Armutsquote von 8,5 % aus. Europa insgesamt steht bei SDG 1 im globalen Vergleich gut da, doch der Fortschritt stagniert, und materielle Entbehrung nimmt in mehreren Ländern seit 2021 wieder zu.
Der grösste Schwachpunkt liegt in der Datenlage. Für zentrale Kennzahlen wie Armutsquote und Armutsgefährdung existiert in Liechtenstein bisher nur ein einzelner Wert (2020). Verlässliche Trends lassen sich daraus nicht ableiten. Insgesamt ist die Datenbasis zu SDG 1 dünn. Auch international zeigt sich diese Lücke: Liechtenstein fällt im internationalen Ranking bei diesem Ziel aktuell komplett aus.
Neuigkeiten aus unserem Netzwerk
Praktikant:in gesucht – aha
Das aha sucht ab September 2026 eine:n Social Media / Administration Praktikant:in (80–100 %) für ein Jahr. Du gestaltest Inhalte für Instagram, TikTok & Co., arbeitest an Podcasts und Projekten mit Jugendlichen mit und erhältst Einblick in die vielseitige Arbeit der Jugendinformation. Dich erwarten Raum für eigene Ideen, modernes Equipment, ein offenes Team und abwechslungsreiche Aufgaben im Jugendinfoalltag. Jetzt bis 30. April 2026 bewerben bei Johannes Rinderer.
Lokale Plattform für Expert:innen – Coworking Space
Mit expert-hub.li entsteht eine neue Plattform für digitale Beratung, die Expert:innen aus Liechtenstein sichtbar macht. Der Launch wird am 26. März im Coworking Space gefeiert – eine gute Gelegenheit, das Angebot kennenzulernen und sich auszutauschen. Für Mitglieder und Partner:innen der SDG Allianz gibt es mit dem Code «SDG2030» einen reduzierten Zugang (CHF 45 statt 90 im ersten Jahr, gültig bis 7. April 2026).
Jung und Alt gestalten gemeinsam – Stiftung Lebenswertes Liechtenstein
Rund 70 Teilnehmende diskutierten beim 2. Generationendialog in Vaduz über Altersvorsorge, Pflegebedarf und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Organisiert von der Stiftung Lebenswertes Liechtenstein, dem Ministerium für Gesellschaft und Justiz und dem Jugendrat zeigte das Format: Der Austausch zwischen Jung und Alt trifft einen Nerv. Mehr dazu in diesem Beitrag.
Bio-Ribel und schwarze Bohnen aus Liechtenstein – Feldfreunde
Seit Ende 2025 ist erstmals Bio-Ribel aus Liechtenstein erhältlich, bei dem die gesamte Wertschöpfungskette im Land bleibt – vom Acker über die Verarbeitung bis zum fertigen Produkt. Der Ribelmais stammt von Georg Frick in Schaan und wird beim Biohof Näscher weiterverarbeitet. Ebenso im Detailhandel angekommen sind die schwarzen Bohnen von Willi und Rojane Büchel aus Ruggell. Die vielfältige Auswahl an Liechtensteiner Ackerfrüchten wächst. Hier geht es zu den Verkaufsstellen.
Aktuelles
Kreativ vernetzt in der Bodenseeregion
Mit Boden.See.Kreativ gibt es in der Region ein Netzwerk für Kultur- und Kreativschaffende, das auch für Orte und Initiativen spannende Möglichkeiten bietet: mehr Sichtbarkeit, neue Kooperationen und Zugang zu passenden Veranstaltungs- und Vernetzungsformaten. Über die Plattform lassen sich gezielt Künstler:innen für Veranstaltungen oder Öffentlichkeitsarbeit finden. Interessant ist auch der Location Guide der FilmCommission Bodensee, über den besondere Orte als mögliche Drehorte sichtbar werden können.
GAIA Masters Student Paper Award
Die Fachzeitschrift GAIA vergibt auch 2026 wieder den Masters Student Paper Award für herausragende Arbeiten aus der transdisziplinären Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung. Ausgezeichnet werden Beiträge mit gesellschaftlicher Relevanz und innovativen inter- oder transdisziplinären Ansätzen. Der Preis ist mit 1’500 Euro dotiert; zusätzlich winken ein Jahresabo und die Möglichkeit einer Publikation in GAIA. Einreichungen sind bis 27. November 2026 möglich.



