SDG Update | 17. November 2025
Wir haben 10 Jahre SDGs gefeiert
Wir haben gemeinsam mit euch 10 Jahre SDGs gefeiert. Das Jubiläum haben wir genutzt, um zurückzuschauen, kritisch zu reflektieren und nach vorne zu denken. Zwei Tage voller Inputs, Diskussionen und engagierter Stimmen, die gezeigt haben: Nachhaltige Entwicklung in Liechtenstein braucht weiterhin Tempo, Mut und breite Unterstützung.
Am Donnerstag zeichnete Uni-Rektor Christian Frommelt ein nüchternes Bild: Die Problemwahrnehmung sei hoch, politische Entscheide jedoch oft zögerlich, KMU handeln meist erst bei Druck, und die Komplexität der SDGs erschwere die Kommunikation. Es dominiere die Politik der kleinen Schritte. Regierungschefin-Stellvertreterin Sabine Monauni hob positive Entwicklungen hervor, u.a. bei Bildung, Energie, Klima und Gesundheit. Fortschritte seien dem Engagement vieler Akteur:innen zu verdanken. Gleichzeitig besteht Handlungsbedarf bei Infrastruktur, Ungleichheit und nachhaltigen Gemeinden. Entscheidend sei, Innovation, Lebensqualität und Klimaschutz gemeinsam zu denken. Die anschliessende Diskussion mit internationaler und lokaler Expertise bot einen dichten Überblick über grosse Fragen: Wo stehen wir global, in Europa und in Liechtenstein? Welche Fortschritte sind sichtbar, wo klemmt es – und warum? Im Panel wurde klar: Die Umsetzung ist ein zäher, demokratischer Prozess – global wie lokal. Doch Alternativen gibt es nicht: Es geht um die Lebenswelt der kommenden Generationen. Das Vaterland und der Landesspiegel haben berichtet.
Am Freitag vertieften wir die Themen in einem Workshop mit dem Fokus auf Hebel in Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Gemeinsam mit den Teilnehmenden haben wir an Schwerpunkten gearbeitet, Prioritäten geschärft und erste Ideen für nächste Schritte gesammelt. Jetzt sind wir dabei, diese Ergebnisse aufzuarbeiten und in konkrete Arbeitsfelder für die SDG Allianz zu übersetzen. Wir halten euch dazu am Laufenden.
Zu guter Letzt: Ein herzliches Dankeschön an alle, die mitdiskutiert, mitorganisiert, unterstützt oder einfach zugehört haben. Solche Anlässe zeigen, wie viel Expertise, Energie und Gestaltungswille in unserem Netzwerk steckt. Das motiviert uns immer wieder aufs Neue.
Neuigkeiten aus unserem Netzwerk
Vereinsstudie Liechtenstein – Universität Liechtenstein
Das Center für Philanthropie führt derzeit eine wissenschaftliche Befragung unter Vereinsvorständen durch. Ziel ist es, besser zu verstehen, was Vereine heute stärkt, wo sie an Grenzen stossen und welche Rahmenbedingungen ihre Arbeit in Zukunft sichern. Die Teilnahme dauert rund 25–30 Minuten und erfolgt anonym. Als Dankeschön sind alle Teilnehmenden im Anschluss zu einem Ergebnis- und Vernetzungsapéro an die Universität Liechtenstein eingeladen.
Weihnachtsgrüsse mit Wirkung – fivetolife
Bei fivetolife werden digitale Weihnachtsgrüsse zu echten Spendenbeiträgen: Unternehmen verschicken statt Papierkarten personalisierte Grüsse, und die Empfänger:innen wählen selbst, welches gemeinnützige Projekt sie mit dem Gutscheinbetrag unterstützen möchten. 100 Prozent der Summe fliessen direkt in Bildungs-, Umwelt- oder Gesundheitsprojekte.
Wirtschaft zwischen Unsicherheit und Anpassungsfähigkeit – Liechtenstein-Institut
Die neue Veranstaltungsreihe «Zeitenwende für Liechtenstein» widmet sich zentralen Fragen der aktuellen Wirtschafts- und Aussenpolitik Liechtensteins angesichts der aktuellen Umbrüche und der daraus folgenden volkswirtschaftlichen Unsicherheit. Die Auftaktveranstaltung dazu bildete die Sicht der Wirtschaft und Verwaltung auf diese Entwicklungen ab. Mehr dazu findet ihr hier.
Aktuelles
Fortschritte und offene Baustellen in der Energiestrategie 2030
Der fünfte Monitoringbericht zur Energiestrategie 2030 zeigt: Liechtenstein kommt bei der Umsetzung seiner Energie- und Klimaziele voran – doch zentrale Herausforderungen bleiben bestehen. Im Jahr 2024 sank der Endenergieverbrauch um 3.4 Prozent und liegt nun 17.4 Prozent unter dem Niveau von 2008. Auch der Anteil erneuerbarer Energien ist mit 31.7 Prozent erstmals über dem für 2030 gesetzten Zielwert von 30 Prozent. Verantwortlich dafür sind unter anderem ein starker Photovoltaikzubau, hohe Wasserkraftproduktion sowie der Ausbau der Nah- und Fernwärme.
Handlungsbedarf besteht insbesondere im Gebäudebereich. Noch immer sind 70 Prozent aller Heizungen fossil betrieben, und 2024 wurden mehr fossile Systeme ersetzt oder neu eingebaut als im Vorjahr. Die freiwillige Umstiegsrate reicht nicht aus, um die Klimaziele zu erreichen. Auch bei der Mobilität bleibt der Umstieg auf vollelektrische Fahrzeuge hinter den Erwartungen zurück: Während der Treibstoffverbrauch sank, dominiert bei Neuzulassungen weiterhin der Hybridanteil. Die kommenden Jahre entscheiden, ob der eingeschlagene Kurs ausreicht, um sowohl das 2030er-Ziel als auch den Pfad zu Netto-Null 2050 einzuhalten.
Sieben von neun planetaren Grenzen überschritten
Der Planetary Health Check 2025 zeigt: Sieben von neun planetaren Grenzen sind überschritten, erstmals auch die zur Ozeanversauerung. Mehrere zentrale Erdsysteme nähern sich gefährlichen Kipppunkten – mit Folgen für Natur, Gesellschaft und Wirtschaft. Der Bericht bündelt zentrale wissenschaftliche Erkenntnisse rund um Klima, Biodiversität, Ernährungssysteme und globale Gesundheit. Gleichzeitig zeigt er: Immer mehr Länder, Städte, Unternehmen und Finanzakteur:innen nutzen die planetaren Grenzen als Leitplanke für Politik und Wirtschaft.
Lesestoff für die Klima- und Biodiversitätskrise
Die Scientists4Future Österreich haben eine umfangreiche Liste mit Leseempfehlungen zusammengestellt – von leicht zugänglichen Büchern über tiefgehende Essays bis zu Klima- und Zukunftsromanen. Die Sammlung zeigt, wie breit und kreativ aktuelle Literatur die Klima-, Biodiversitäts- und Gerechtigkeitsfragen beleuchtet. Empfohlen werden u.a. Sachbücher zu Klimapsychologie, Energie- und Wirtschaftswende, Klimarecht sowie Zuordnungsforschung. Essays von Rachel Carson bis Bruno Latour setzen gesellschaftliche und philosophische Impulse, Kinderbücher vermitteln Fakten verständlich, und Romane machen die Klimakrise erzählbar.


